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Die Espe wird wieder „wild“!



Fließgewässer in Espenau und Fuldatal wird im Rahmen des Programms „100 wilde Bäche für Hessen“ renaturiert

Zunächst einmal zur Namensgebung: Die Espe gibt der Gemeinde Espenau ihren Namen durch die Ableitung „im Tal fließenden Espe“. Darüber hinaus prägt das Gemeindewappen die Blätter der Espe oder auch Pappel genannt. Ohne das Gewässer hätte Espenau höchstwahrscheinlich einen anderen Namen bekommen. Entstanden wäre die Gemeinde 1970 auf jeden Fall.

 

Die Espe ist einer von rund 500 Bächen, welcher über einen Teilnahmewettbewerb zum Programm „100 Wilde Bäche für Hessen“ des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) ausgewählt wurde. Durch die Teilnahme am Programm erhalten die Gemeinden Espenau und Fuldatal eine umfassende Unterstützung bei der Gewässerrenaturierung. Unter anderem wird mit der Hessischen Landgesellschaft mbH (HLG) ein Dienstleister an die Seite gestellt, der bei der Maßnahmenumsetzung von der Planungsphase bis zur Bauumsetzung begleitet und bei allen Aufgaben der Bauträgerschaft entlastet.

 

Vorhandene Defizite und umzusetzende Maßnahmen wurden bereits mit Vertreter*innen der Behörden und der Kommune eruiert. Im nächsten Schritt wurden die Planungen ausgeschrieben. Ziel ist, dass ein Fachplaner ein Konzept entwirft, welches mit allen Beteiligten abgestimmt wird. Im Rahmen der Planungen werden zukünftig immer wieder Begehungen am Gewässer stattfinden. Gewässerrenaturierung ist eine Gemeinschaftsaufgabe und geht uns alle an!

 

Durch menschliche Einflüsse, wie Begradigungen und massiven Gewässerverbau haben Fließgewässer in der Vergangenheit vielfach negative Veränderungen erfahren müssen. Diese Eingriffe haben die Funktionsfähigkeit dieser sensiblen Ökosysteme erheblich beeinträchtigt. Zum Beispiel führen die menschlichen Eingriffe zur schwindenden Artenvielfalt in aquatischen Lebensräumen, zur schnellen Absenkung von Grundwasser und somit zur mangelnden Pufferung in Dürrejahren sowie zu Hochwasserproblemen.

Ein wesentlicher Bestandteil eines nachhaltigen Gewässerschutzes und Ziel des Programms „100 Wilde Bäche für Hessen“ ist die Wieder­her­stel­lung eines naturnahen Zustandes des Gewässers sowie deren Ufer und Auenbereiche (Renaturierung). Besonders im Fokus steht dabei die barrierefreie Durchwanderbarkeit für alle Organismen in Bächen und Flüssen.

 

Durchwanderbarkeit an der Espe wieder herstellen

 

An der Espe stellen die vorhandenen Abstürze, befestigte Sohlabschnitte sowie Verrohrungen oder Überfahrten zahlreiche Wanderhindernisse dar, die im Rahmen der Renaturierung beseitigt oder durchgängig gestaltet werden sollen.

Der Espe wieder mehr Raum geben um sich naturnah zu entwickeln

Die strukturelle Vielgestaltigkeit und eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt sind der zweite gewichtige Baustein der Gewässerrenaturierung. Besonders mit Maßnahmen, die der dynamischen Eigenentwicklung von Fließgewässern Vorschub leisten, kann hier sehr viel getan werden. An der Espe sind dafür Abschnittsweise Gewässerbettaufweitungen in Verbindung mit dem Einbau von Totholz und Steinmaterial geplant.

 

Der dritte Baustein ist die Flächenverfügbarkeit: Nach dem Motto "Fließgewässer brauchen Raum" sollen der Espe zumindest in Teilabschnitten Uferrandstreifen und Aueflächen zur freien Entwicklung und als natürlichen Hochwasserschutz zur Verfügung gestellt werden.

 

Dazu laden die Gemeinden Espenau und Fuldatal herzlich alle interessierten Bürger*innen zur Informationsveranstaltung „Flächenerwerb im Rahmen der Renaturierung der Espe“ ein.

 

Wann:  Dienstag, den 24.01.2023, um 19:00 Uhr

Wo: Im Bürgereck, Meierwiesenweg 17, 34314 Espenau

 

Weitere Informationen zur Renaturierung finden Sie auf www.wildebaechehessen.de

 

Hintergrund:

 

Die im Dezember 2000 in Kraft getretene EU-Wasserrahmenrichtlinie formuliert als eines ihrer Ziele die Erreichung eines guten ökologischen Zustandes aller Oberflächengewässer. Die Stadt Espenau und Fuldatal ist für die Unterhaltung der Espe und damit für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie verantwortlich. Die anfallenden Kosten für die Renaturierung werden bis zu 95 % vom Land Hessen übernommen.

 

Um die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie voranzubringen, die Öffentlichkeit für das Thema Gewässerökologie und Gewässerschutz zu sensibilisieren und einen Beitrag zur Hessischen Biodiversitätsstrategie zu leisten, wurde im Jahr 2019 das Programm „100 Wilde Bäche für Hessen“ durch das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) initiiert. Im Rahmen eines Teilnahmewettbewerbs haben sich die Gemeinden Espenau und Fuldatal mit der Espe beworben und wurde mit weiteren rund 150 Kommunen für das Programm ausgewählt.

 

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